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TARMAGEDDON
Unter den uralten Wäldern Kanadas liegt ein riesiges Depot von Sand, Lehm und Bitumen, Teersande genannt, welche sehr schwer zu erreichen sind. Um die Teersande aus der Erde zu gewinnen, wird die Erde aufgegraben und buchstäblich mit frischem Wasser und Erdgas gekocht. Nach Verarbeitung und Raffination des Öls wird das hochgiftige Abwasser in riesige Klärteiche gepumpt, die so groß sind, dass man sie vom Weltall aus sehen kann. Das Resultat ist eine mondähnliche Landschaft, eine vergiftete Umwelt und ortsansässige Menschen, die Angst haben, ihr Wasser zu trinken. Die einheimischen First-Nations-Gemeinden (kanadische Ureinwohner), die flussabwärts der Tagebaugebiete leben, leiden bereits jetzt an erhöhten Krebsraten – und die meisten sind sich sicher, dass dies mehr als nur Zufall ist.
“COOKING THE CLIMATE”
Die Form der Erdölförderung aus Teersanden verbraucht unglaublich viel Energie und es überrascht nicht, dass bei der Extraktion des Öls 3 bis 5 Mal mehr CO² freigesetzt wird, als bei traditioneller Ölgewinnung. Vor dem Hinter-grund des Klimawandels als globales Anliegen, ist die schmutzige Produktion des Teersand-Öls eine Bedrohung für jeden von uns.
STELLUNG BEZIEHEN
Was hat das alles mit uns zu tun? Bislang ist nur ein kleiner Teil des Teersand-Öls auf dem Weg nach Europa, aber das kann sich schnell ändern, wenn die großen Ölkonzerne und die kanadische Regierung sich durchsetzen. Derzeit wird im Europäischen Parlament besprochen, ob die Einfuhr von Teersand-Öl im Rahmen der so genannten Richtlinie zur Benzinqualität untersagt wird. Aber Vertreter der Öl-Lobby sowie kanadische Abgeordnete versuchen, dieses Gesetz zu untergraben.
Bitte tretet mit den in eurer Region zuständigen Mitgliedern des Europa-Parlaments in Kontakt und bittet darum, das Teersand-Öl von Europa fernzuhalten.
WAS KÖNNEN WIR TUN?
Zunächst einmal müssen wir erkennen, dass die Teersande und das dazugehörige Problem eine Konsequenz unseres energieintensiven Lebensstils sind.
Daher müssen wir Wege finden, wie wir unseren allgemeinen Energieverbrauch senken können und das ist etwas, was jeder von uns jeden Tag tun kann.
Außerdem müssen wir sicherstellen, dass wir in grüne, erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie investieren, unsere Autos energieeffizienter machen (oder noch besser: sie stehen lassen und mit dem Zug fahren!), unseren Stromanbieter wechseln und – das ist fast am wichtigsten – dafür sorgen, dass unsere Regierung sich an ihre Versprechen zugunsten unserer Umwelt hält. Die Zukunft kann eine glänzende werden, aber es liegt an uns, sie so zu gestalten.
Es gibt einige großartige Organisationen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Unsere Kollegen von LUSH UK arbeiteten beispielsweise mit dem UK Tar Sands Network zusammen.
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